Ein Boiler kann in Bezug auf den Wasserdruck auf zwei Weisen konstruiert sein: druckfest oder drucklos. Auf dieser Seite erklären wir, was druckfeste Boiler sind und vergleichen besonders beliebte Modelle.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Was bedeutet „druckfest“?
- 2 So funktionieren druckfeste Boiler
- 3 Welche Boiler sind „geschlossen“?
- 4 Druckfeste Warmwasserspeicher im Vergleich
- 5 Welche druckfeste Boiler ist der beste?
- 5.1 1. Wie viele Personen nutzen das Warmwasser – und wofür?
- 5.2 2. Wie schnell soll der Speicher wieder aufheizen?
- 5.3 3. Wie wichtig ist die Energieeffizienz?
- 5.4 4. Soll der Wartungsaufwand möglichst gering sein?
- 5.5 5. Wie hart ist das Leitungswasser?
- 5.6 6. Gibt es besondere Anforderungen an Hygiene oder Schutzfunktionen?
- 5.7 7. Wo wird das Gerät installiert?
- 6 Wichtige Unterschiede zwischen den Geräten schnell erklärt
- 7 Alternative zu druckfesten Boilern
Was bedeutet „druckfest“?
Der „Druck“ bezieht sich auf den Leitungsdruck, für den der Boiler stabil bzw. „fest“ genug konstruiert ist. Daher bezeichnet man solche Geräte auch als „geschlossene“ Speicher.
In ihrem Inneren herrscht ständig der Leitungsdruck der zuführenden Wasserleitung. Dadurch kann der Speicher auch sein Warmwasser zur angeschlossenen Armatur drücken, sobald man den Warmwasserhahn öffnet.
Um Überdruck zu verhindern bzw. zu korrigieren benötigen druckfeste Warmwasserspeicher eine sogenannte Sicherheitsgruppe für Boiler.
So funktionieren druckfeste Boiler
Sehen wir uns Schritt für Schritt an, wie druckfeste Boiler arbeiten:
- Druckfeste Speicher sind direkt mit dem Kaltwasseranschluss verbunden.
- Dieser Zufluss ist ständig geöffnet. Der Tank steht daher unter dem Wasserdruck der Wasserleitung.
- Der Abfluss des Speichers führt zum Hahn an Waschbecken oder Küchenarmatur.
- Wenn Sie den Warmwasserhahn öffnen, drückt sich das warme Wasser aus dem Speicher zum Hahn.
- Das funktioniert dank des Wasserdrucks auch problemlos bei Untertischgeräten, die unterhalb der Armatur montiert sind.
- Während der Entnahme füllt sich der Boiler direkt wieder mit kaltem Wasser. Der Leitungsdruck lässt es automatisch in den Tank strömen.
- Der Speicher erwärmt das Wasser in seinem Tank erneut auf die vorgesehene Temperatur.
Welche Boiler sind „geschlossen“?
Die druckfeste oder auch „geschlossene“ Bauweise hängt eng mit dem Volumen des Wassertanks zusammen.
- Boiler mit 5 bis 20 Litern Volumen sind meist drucklos („offen“) konstruiert. Es gibt aber auch druckfeste Modelle wie den Stiebel Eltron SHU 5 SL in der 5-Liter-Klasse sowie den Eldom 72325PMP, den DKu 10 von AEG oder auch Modelle von Thermoflow mit etwas größerem Tank.
- Ab ca. 20 Litern sind Warmwasserspeicher normalerweise druckfest gebaut. Dazu zählen in verschiedenen Größen etwa der Aquamarin ELKESS-30L-S, der Thermex IF50, der Stiebel Eltron HFA-Z 80 oder auch der AEG DEM 100 Comfort EL. Dabei geben die Zahlen im Namen das jeweilige Volumen an.
Druckfeste Warmwasserspeicher im Vergleich

- ✓ 100 l Innenvolumen
- ✓ 85 °C Temperatur bis
- ✓ Gradgenau Temperatur-Einstellgenauigkeit
- ✓ Tasten, Display Bedienelemente
- ✓ 3 automatische ECO-Programme

- ✓ 30 l Innenvolumen
- ✓ 75 °C Temperatur bis
- ✓ n.a. Temperatur-Einstellgenauigkeit
- ✓ Drehschalter Bedienelemente
- ✓ Zweifach emaillierter Innenbehälter

- ✓ 80 l Innenvolumen
- ✓ 82°C °C Temperatur bis
- ✓ 4 Temperaturmarkierungen Temperatur-Einstellgenauigkeit
- ✓ Drehrad, Taste Bedienelemente
- ✓ Schnellheiztaste und Frostschutz

- ✓ 50 l Innenvolumen
- ✓ 75 °C Temperatur bis
- ✓ 10°C-Schritte Temperatur-Einstellgenauigkeit
- ✓ Tasten Bedienelemente
- ✓ Zweifach emaillierter Innenbehälter
Welche druckfeste Boiler ist der beste?
Um den richtigen druckfesten Boiler zu finden, sind vor allem die geplante Nutzung sowie die Einbausituation wichtig. Die Auswahl lässt sich dann schrittweise eingrenzen. Mit folgenden sieben Fragen fällt die Auswahl ziemlich leicht:
1. Wie viele Personen nutzen das Warmwasser – und wofür?
Die wichtigste Frage betrifft den täglichen Bedarf an Warmwasser. Braucht man es nur zum Händewaschen und Spülen – oder auch regelmäßig für Dusche und Badewanne?
- 1–2 Personen: Nur für Küche oder Gäste-WC genügen meist Boiler mit 5–15 Litern Volumen. Soll auch die Dusche angeschlossen werden, greift man besser zu Geräten mit 30–50 Liter.
- 3–4 Personen: Wenn nur Küche oder WC versorgt werden sollen, sind 50-80 Liter zweckmäßig. Für regelmäßiges Duschen und gelegentliches Baden sind 100 Liter oder etwas mehr empfehlenswert.
Neben der Literangabe lohnt sich gerade bei großen Geräten ein Blick auf die Mischwassermenge (bei 40 °C), da sie aussagekräftiger ist als das Nennvolumen allein.
2. Wie schnell soll der Speicher wieder aufheizen?
Wenn Warmwasser schnell wieder verfügbar sein muss – z. B. bei mehreren Duschgängen in Folge –, ist eine höhere Anschlussleistung sinnvoll (z. B. 4–6 kW). Auch eine Schnellaufheizfunktion kann hilfreich sein.
Wichtig: Für Leistungen ab etwa 3,5 kW ist meist ein Festanschluss (400 V) durch eine Elektrofachkraft erforderlich. Am Installationsort muss also ein entsprechender Stromanschluss vorhanden sein.
3. Wie wichtig ist die Energieeffizienz?
Ein gut gedämmter Speicher spart Strom – vor allem, wenn er dauerhaft in Betrieb ist. An diesen Werten lässt sich das erkennen:
- Niedriger Bereitschaftsenergieverbrauch (unter 1 kWh pro Tag bei mittleren Größen)
- Gute Energieeffizienzklasse (mindestens C, in manchen Fällen B)
Wenn Warmwasser nur zu bestimmten Tageszeiten nötig ist, können auch Geräte mit Programmierfunktionen den Stromverbrauch senken.
4. Soll der Wartungsaufwand möglichst gering sein?
Dann ist eine wartungsfreie Fremdstromanode sinnvoll. Sie ersetzt die klassische Magnesiumanode, die man regelmäßig kontrollieren und ersetzen muss.
Ebenfalls vorteilhaft: Ein Boiler mit auswechselbarem Heizflansch – besonders bei größeren Geräten. Das erleichtert Reparaturen deutlich und verlängert die Nutzungsdauer.
5. Wie hart ist das Leitungswasser?
Bei hartem Wasser kann es schneller zu Verkalkungen kommen. In dem Fall sind Geräte mit:
- regelmäßiger Reinigungsmöglichkeit durch Flanschöffnung
- oder automatischen Programmen zur thermischen Desinfektion
empfehlenswert. Auch ein zusätzlicher Entkalker in der Zulaufleitung kann sinnvoll sein.
6. Gibt es besondere Anforderungen an Hygiene oder Schutzfunktionen?
In sensiblen Bereichen oder bei längeren Leitungswegen kann ein Modell mit Legionellenprogramm zusätzlichen Schutz bieten. Bei unregelmäßiger Nutzung (z. B. Ferienhaus) sollte ein Frostschutzprogramm vorhanden sein.
7. Wo wird das Gerät installiert?
Genaue Maße der Einbausituation sind immer nötig, denn:
- Hochformatige Boiler benötigen weniger Wandfläche, aber mehr Höhe.
- Querformatige oder flache Modelle sind bei Dachschrägen oder Unterschränken oft besser geeignet.
- Die Position der Wasseranschlüsse (seitlich oder unten) macht einen großen Unterschied, wenn man ein Altgerät ersetzen will.
Wichtige Unterschiede zwischen den Geräten schnell erklärt
Temperaturregelung
Druckfeste Boiler unterscheiden sich deutlich darin, wie sich die Wassertemperatur regeln lässt und welche Zusatzfunktionen zur Verfügung stehen. Viele moderne Modelle arbeiten mit einer stufenlosen, elektronischen Steuerung. Diese erlaubt eine gradgenaue Einstellung der Temperatur – meist über ein digitales Display – und bildet die Grundlage für weitergehende Komfortfunktionen.
Dazu gehört unter anderem die Schnellaufheizung: Eine Funktion, mit der der Speicher unabhängig vom gewählten ECO-Programm rasch auf volle Temperatur gebracht wird. Das ist vor allem dann praktisch, wenn kurzfristig mehr Warmwasser benötigt wird – etwa bei mehreren Duschvorgängen hintereinander.
Über die Standardfunktionen hinaus bieten manche Geräte zusätzliche Schutz- und Komfortmerkmale. Dazu zählen etwa:
- Timer- oder Wochenprogramme. Diese erlauben es, den Speicher nur zu bestimmten Tageszeiten aufzuheizen, z. B. morgens und abends. Damit lässt sich der Energieverbrauch gezielt senken, ohne auf Warmwasserkomfort zu verzichten. In manchen Geräten erfolgt diese Anpassung sogar automatisch – lernfähige Programme erkennen typische Nutzungsmuster und passen die Heizphasen entsprechend an.
- Integrierter Frostschutz, der das Wasser bei niedriger Umgebungstemperatur automatisch auf einem Minimalwert hält – etwa bei Geräten im Keller oder in Ferienhäusern.
- Möglichkeit zur thermischen Desinfektion. Bei Geräten mit sogenanntem Legionellenprogramm wird das Wasser regelmäßig auf eine höhere Temperatur erhitzt, um das Risiko bakterieller Belastung zu verringern. Das ist besonders in Systemen mit langen Leitungen oder geringem Wasseraustausch sinnvoll.
Wer hingegen ein einfaches Gerät bevorzugt, trifft auf klassische Drehregler mit Symbolen oder Rastpunkten. Diese mechanischen Lösungen ermöglichen keine feine Abstimmung, genügen aber für viele Alltagsanwendungen.
Nutzbare Mischwassermenge
Unabhängig vom Nennvolumen liefern nicht alle Speicher dieselbe Menge nutzbares Warmwasser. Entscheidend ist die sogenannte Mischwassermenge – also wie viel Wasser mit rund 40 °C zur Verfügung steht, nachdem kaltes Leitungswasser beigemischt wurde.
Diese Menge hängt von mehreren Faktoren wie der maximalen Speichertemperatur und der internen Schichtung des Wassers ab. Bei identischem Fassungsvermögen kann es daher Unterschiede von über 30 Litern geben. Wer viel Warmwasser in kurzer Zeit benötigt, sollte diesen Wert beim Gerätekauf unbedingt mitberücksichtigen.
Leistung und Verbrauch
Die Anschlussleistung eines druckfesten Boilers beeinflusst maßgeblich, wie schnell der Speicher aufgeheizt wird – und welche elektrischen Voraussetzungen beim Einbau erfüllt sein müssen. Viele Geräte lassen sich entweder einphasig mit 230 V oder dreiphasig mit 400 V betreiben. Je nach Spannung variiert die Leistung typischerweise zwischen 1 und 6 kW.
Während kleinere Modelle oft direkt über eine Steckdose betrieben werden können, erfordern leistungsstärkere Varianten einen Festanschluss durch eine Elektrofachkraft. Die Wahl hängt nicht nur von der gewünschten Aufheizgeschwindigkeit ab, sondern auch vom vorhandenen Stromnetz.
Neben der Anschlussleistung spielt auch der Energieverbrauch im Ruhezustand eine wichtige Rolle – der sogenannte Bereitschaftsenergieverbrauch. Er gibt an, wie viel Strom das Gerät täglich benötigt, um das Wasser auf Temperatur zu halten, ohne dass gezapft wird. Dieser Verbrauch wird maßgeblich von der Wärmedämmung beeinflusst. Die meisten Geräte verwenden PU-Hartschaum als Dämmmaterial, unterscheiden sich aber in Dicke und Qualität. Gut gedämmte Speicher verlieren weniger Wärme und sind im Dauerbetrieb deutlich effizienter. Gerade bei dauerhaft eingeschalteten Geräten lohnt sich daher ein Blick auf diesen Kennwert.
Heiztechnik in druckfesten Boilern: Bauarten und Größenabhängigkeit
Die Wärmeerzeugung in elektrisch betriebenen, druckfesten Warmwasserspeichern erfolgt über ein oder mehrere Heizelemente im Inneren des Speichers. Dabei kommen in der Praxis hauptsächlich zwei Bauweisen zum Einsatz: eingeschweißte Heizstäbe und auswechselbare Heizflansche. Die Wahl der Technik hat nicht nur Einfluss auf Wartung und Reparatur, sondern hängt auch wesentlich von der Größe des Geräts ab.
Eingeschweißte Heizstäbe sind fest in den Speicherboden integriert und geben ihre Wärme direkt an das umgebende Wasser ab. Sie benötigen wenig Platz, sind kostengünstig in der Herstellung und kommen daher vor allem in kleinen und kompakten Geräten zum Einsatz. Ein Austausch ist jedoch aufwendig: Bei einem Defekt muss meist das gesamte Gerät entleert und geöffnet werden, oft durch Fachpersonal – in vielen Fällen wird der Speicher sogar komplett ersetzt.
Auswechselbare Heizflansche hingegen bestehen aus einer verschraubten Einheit mit Dichtung und lassen sich bei Bedarf als Ganzes entnehmen. Diese Bauform erleichtert nicht nur den Austausch des Heizelements, sondern bietet auch Zugang zu Anode und Innenbehälter – etwa zur Reinigung oder Inspektion. Die Flanschlösung ist technisch aufwendiger, aber für größere Geräte mit höherem Investitionswert deutlich vorteilhafter im Betrieb.
Ob ein Boiler mit Heizflansch oder festem Heizstab ausgestattet ist, hängt stark von seiner Größe ab:
- Bei Mini- und Kleinspeichern bis etwa 30 Liter (z. B. 5, 10 oder 20 Liter) ist nahezu immer ein fester Heizstab verbaut. Diese Geräte sind oft auf den punktuellen Einsatz unter der Spüle oder im Waschbeckenbereich ausgelegt und werden im Fall eines Defekts meist komplett ersetzt.
- Im mittleren Bereich zwischen etwa 30 und 80 Litern (z. B. 50 Liter) sind beide Bauformen anzutreffen. Einige Modelle setzen bereits auf wartungsfreundliche Flansche, andere behalten die einfache Stabkonstruktion bei – je nachdem, ob der Fokus auf Langlebigkeit oder kompaktem Preis liegt.
- Ab etwa 80 Litern aufwärts, also bei klassischen Haushaltsboilern mit 100 oder mehr Litern Speichervolumen, ist der Heizflansch nahezu Standard. Hier überwiegen die Vorteile bei Wartung, Reparatur und Zugang zum Innenbehälter. Die höhere Belastung und längere Nutzungsdauer machen eine auswechselbare Bauweise sinnvoller und wirtschaftlich attraktiver.
Für Anwender bedeutet das: Während kleine Geräte meist wartungsfrei, aber auch nicht reparierbar sind, bieten größere Speicher mit Flanschtechnik langfristig die bessere Lösung – vor allem in Regionen mit hartem Wasser oder bei dauerhaftem Einsatz im Haushalt.
Anodentechnologie und Wartung
Damit der Speicherbehälter langfristig nicht durch Korrosion geschädigt wird, ist er mit einer sogenannten Opferanode ausgestattet. Dabei kommen zwei verschiedene Systeme zum Einsatz – mit deutlichen Unterschieden für Wartung und Lebensdauer.
Bei vielen Geräten wird eine klassische Magnesiumanode eingesetzt. Sie schützt den Behälter, indem sie sich allmählich selbst abbaut und dabei das umgebende Metall schont. Allerdings muss sie regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ersetzt werden – meist im Rahmen einer jährlichen Wartung.
Alternativ gibt es Modelle mit Fremdstromanode. Diese Technik arbeitet mit elektrischem Strom, verbraucht sich nicht und gilt als wartungsfrei. Besonders bei größeren Speichern oder schwer zugänglichen Installationen ist das ein praktischer Vorteil, da Folgekosten und Wartungsaufwand spürbar sinken.
Alternative zu druckfesten Boilern
Gerade bei geringem Speicherbedarf kann man alternativ auch die erwähnten drucklosen Speicher kaufen. Bei derartigen „Niederdruck“-Boilern ist als Anschluss allerdings eine Niederdruckarmatur notwendig.