Was ist ein elektrischer Wasserhahn?
Elektrische Wasserhähne erzeugen durch Strombetrieb direkt an der Küchenarmatur Warmwasser, ohne dass eine Warmwasserleitung, zusätzliche Durchlauferhitzer oder Boiler erforderlich sind.
Wie funktioniert ein elektrischer Wasserhahn?
Ein klassischer elektrischer Wasserhahn leitet kaltes Wasser durch ein integriertes, strombetriebenes Heizelement. Dabei erwärmt er es entweder im Moment des Durchlaufs. Oder er heizt und speichert das Wasser für eine spätere Entnahme. Das warme Wasser fließt dann aus dem Wasserhahn.
Die meisten elektrischen Wasserhähne aus unserem Vergleich funktionieren wie ein Durchlauferhitzer. Sie erhitzen das Wasser also unmittelbar während des Bezugs. Allerdings haben sie ein viel kompakteres Format und man braucht keinen separaten Warmwasserbereiter zu installieren.
Besonders leistungsstarke Modelle verfügen hingegen über einen integrierten Warmwasserspeicher (Test). Dadurch können sie deutlich heißeres und sogar kochendes Wasser vorrätig halten. Ist letzteres der Fall, ähneln solche elektrischen Wasserhähne Kochendwassergeräten, allerdings mit direktem Leitungsanschluss und eleganter Integration in die Küchenzeile.
Mögliche Probleme bei elektrischen Wasserhähnen mit integriertem Durchlauferhitzer
Wasserhähne mit eingebautem Durchlauferhitzer gelten als praktische Lösung für Orte ohne zentrale Warmwasserversorgung – zum Beispiel in Gartenhäusern, Garagen, Gäste-WCs oder in der Ferienwohnung. Allerdings unterscheidet sich ihre Funktionsweise deutlich von herkömmlichen Armaturen, und das bringt gewisse Eigenheiten mit sich. Viele davon lassen sich durch bewusste Auswahl oder korrekte Nutzung gut vermeiden. Hier die häufigsten Probleme im Überblick:
1. Unzureichende Wassertemperatur bei hohem Durchfluss
Elektrische Wasserhähne erhitzen das Wasser nur während des Durchlaufs. Sobald man den Hahn voll aufdreht, fließt das Wasser schneller durch das Heizelement – und bleibt entsprechend kühler. Das kann gerade beim Abwasch oder Händewaschen störend sein, wenn das Wasser nicht die gewünschte Temperatur erreicht.
Um das Problem zu umgehen, empfiehlt es sich, den Wasserstrahl moderat zu regulieren. In vielen Fällen genügt ein mittlerer Durchfluss, um spürbar warmes Wasser zu erhalten. Wer besonders heißes Wasser benötigt, sollte beim Kauf auf die maximal erreichbare Temperatur achten – gute Modelle schaffen bis zu 65 °C, günstigere Varianten oft nur 50–55 °C.
2. Verzögerter Temperaturanstieg beim Einschalten
Beim Öffnen des Wasserhahns dauert es häufig einige Sekunden, bis das Wasser warm wird – vor allem, wenn das Gerät gerade erst aktiviert wurde oder längere Zeit inaktiv war. In dieser Anlaufzeit fließt zunächst kaltes Wasser aus dem Auslauf, obwohl bereits geheizt wird.
Dieses Verhalten ist systembedingt und kein Defekt. Einige Geräte zeigen durch eine Temperaturanzeige an, wie schnell sich das Wasser erwärmt. Wer sofort warmes Wasser benötigt, sollte den Hahn bewusst etwas früher öffnen oder das Wasser zunächst kurz ablaufen lassen.
3. Stromausfall oder Unterbrechung der Stromversorgung
Da der Wasserhahn auf Strom angewiesen ist, funktioniert die Warmwasserbereitung nur bei vorhandener Spannungsversorgung. Ein Stromausfall – oder auch nur ein defekter Stecker oder eine gelöste Steckverbindung – führt sofort dazu, dass nur noch kaltes Wasser fließt oder der Hahn ganz außer Betrieb geht.
Besonders bei außen liegenden Steckdosen (z. B. in Gartenlauben) sollte man daher regelmäßig den Zustand der Stromzufuhr prüfen. Für dauerhaft installierte Geräte empfiehlt sich ein fest installierter Stromanschluss durch einen Elektriker.
4. Verkalkung der Heizkammer
Wie bei anderen Warmwassergeräten kann es auch im Durchlauferhitzer von elektrischen Wasserhähnen zu Kalkablagerungen kommen – vor allem bei hoher Wassertemperatur und in Gegenden mit hartem Leitungswasser. Die Folge: geringere Heizleistung, ungleichmäßige Temperatur oder erhöhter Stromverbrauch.
Wer in kalkreichen Regionen lebt, sollte das Gerät regelmäßig entkalken – sofern der Hersteller dies erlaubt – oder auf einen Wasserhahn mit automatischer Entkalkungsfunktion setzen (was allerdings selten ist). Alternativ hilft die Kombination mit einem vorgeschalteten Wasserfilter oder einer niedrigeren Betriebstemperatur.
5. Überhitzung oder Abschalten bei Dauerbetrieb
Einige Modelle schalten sich bei längerem Betrieb automatisch ab, um eine Überhitzung zu vermeiden. Das kann überraschend sein, wenn man z. B. mehrere Minuten am Stück warmes Wasser benötigt – etwa beim Spülen. Das Wasser wird dann plötzlich kalt, obwohl der Hahn geöffnet bleibt.
Solche Abschaltungen sind ein Sicherheitsmerkmal, aber sie zeigen, dass das Gerät eher für kurzzeitige Entnahmen konzipiert ist. Wer eine durchgehende Warmwasserversorgung benötigt, sollte auf die Angaben zur maximalen Laufzeit achten oder ein leistungsfähigeres Modell wählen.